Gebetsplan
Fadschr Morgengebet
Shuruq Sonnenaufgang
Dhuhur Mittagsgebet
Assr Nachmittagsgebet

Gebetszeiten in Weilheim in Oberbayern für 16. September 2026

Maghrib Abendgebet
Restzeit bis zum Ischa-Gebet 02:08
Restzeit bis zum Ischa-Gebet 02:08
Ischaa Nachtgebet

Gebetsplan in Weilheim in Oberbayern

Datum Fadschr Shuruk Dhuhur Assr Maghrib Ischaa
14, Mo
15, Di
16, Mi
17, Do
18, Fr
19, Sa
20, So
Datum Fadschr Shuruk Dhuhur Assr Maghrib Ischaa
01, Di
02, Mi
03, Do
04, Fr
05, Sa
06, So
07, Mo
08, Di
09, Mi
10, Do
11, Fr
12, Sa
13, So
14, Mo
15, Di
16, Mi
17, Do
18, Fr
19, Sa
20, So
21, Mo
22, Di
23, Mi
24, Do
25, Fr
26, Sa
27, So
28, Mo
29, Di
30, Mi

Die Stellung der Sonne und die astronomische Dämmerung: Wie entsteht die Fadschr-Zeit?

Für jede der fünf täglichen Gebete sind eindeutige Sonnenpositionen im Schariʿa verankert. Bei Fadschr wird auf das erste diffuse Morgenlicht geachtet, also auf die astronomische Morgendämmerung. In Weilheim in Oberbayern liegt die geographische Breite bei rund 47,8° N. Dadurch taucht die Sonne im Sommer nur flach ein, während sie im Winter in einem steileren Winkel unter den Horizont sinkt. Das beeinflusst, wie lange die Dämmerungsphasen dauern.

Algorithmen bestimmen den Moment, an dem die Sonne einen bestimmten Deklinationswinkel unterhalb des Horizonts erreicht. Übliche Werte:

  • MWL, IGMG: −18 °
  • Egyptian General Authority: −19,5 °
  • Diyanet (Türkei): −18 °

Je kleiner der gewählte Winkel, desto früher beginnt Fadschr. Deshalb unterscheiden sich die angegebenen Zeiten, ohne dass eine Variante „falsch“ wäre; jede folgt lediglich einer anderen anerkannten Konvention.

Die Breite von Weilheim macht sich darüber hinaus in den Sommermonaten bemerkbar: Bei fast 48° N verschwindet die Sonne nur kurz nach Mitternacht maximal 15–16 ° unter dem Horizont. Die Morgendämmerung überschneidet sich dann teilweise mit der Abenddämmerung, was für Berechnungsprogramme eine Herausforderung darstellt. Moderne Software wendet in solchen Nächten Ersatzverfahren wie „Angle Based“, „Night Middle“ oder „One Seventh“ an, damit Fadschr trotzdem zuverlässig angegeben werden kann.

Kurze Nächte, lange Nächte: Warum sich das Zeitfenster zwischen Maghrib und Ischa im Winter verkürzt

Maghrib beginnt unmittelbar mit dem verschwinden der Sonnenscheibe. Für Ischa wird gewartet, bis die astronomische Abenddämmerung endet, also bis keine Resthelligkeit mehr am Himmel steht. Am Breitengrad von Weilheim dauert dieser Übergang je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich:

  • Winter: Die Sonne taucht steil unter den Horizont. Zwischen Sonnenuntergang und Erreichen von −17 ° vergehen oft nur 70–80 Minuten. Das Gebetsfenster für Maghrib ist also kurz, und Ischa tritt früh ein.
  • Sommer: Der Winkel ist flacher. Die Sonne braucht bis zu zweieinhalb Stunden, um dieselbe Tiefe zu erreichen. Dadurch liegt Ischa deutlich später in der Nacht.

Praktisch bedeutet das: Von Dezember bis Februar liegen Maghrib und Ischa nahe beieinander, während zwischen Juni und August viel mehr Zeit vergeht. Diese Dynamik erklärt, warum Ihr monatlicher Gebetskalender in der Winterspalte eng gedruckt wirkt, während die Sommernächte augenscheinlich mehr Platz lassen.

Rechenmethoden im Vergleich: MWL, Diyanet und IGMG

In Deutschland werden drei Rechenmethoden besonders häufig genutzt. Alle basieren auf identischen astronomischen Formeln, unterscheiden sich aber in den Parametern:

  1. MWL (Muslim World League)
    Fadschr/Ischa-Winkel: −18 °. Weit verbreitet in internationalen Apps. Für mittlere Breiten ausgewogen.
  2. Diyanet (Türkisches Präsidium für Religionsangelegenheiten)
    Ebenso −18 °, jedoch mit einer minutengenauen atmosphärischen Korrektur, die speziell für den mitteleuropäischen Längengradkalender gepflegt wird.
  3. IGMG (Islamische Gemeinschaft Millî Görüş)
    Verwendet in moscheeeigenen Kalendern eine Kombination: −14 ° für Fadschr, −15 ° für Ischa. Dies soll den praxisnahen Beobachtungen in türkisch geprägten Gemeinden entsprechen.

Welche Methode man wählt, richtet sich nach Empfehlung der jeweiligen Moschee, Schulmeinung (Madhhab) oder persönlicher Gewissheit (taqwâ). Wichtig ist, dass innerhalb einer Gemeinschaft einheitliche Zeiten gelten, um Verwirrung zu vermeiden.

Asr in den Rechtsschulen

Auch Asr beruht auf Sonnenstand: der Schatten eines Objekts nach dem Zenit. Nach den hanafitischen Regeln beginnt Asr, wenn der Schatten das Doppelte der Körperlänge erreicht; in den übrigen drei Schulen (u. a. Schafiʿi) genügt das Einfache. Im Gebetskalender werden daher oft zwei Zeiten ausgewiesen. Hanafi-Gemeinden bevorzugen die spätere Zeit, während andere Mazhabs früher beten. Beide Ansätze sind in der klassischen Fiqh-Literatur gut belegt.

FAQs
Warum weichen die Gebetszeiten auf verschiedenen Websites ab?

Die meisten Plattformen greifen auf anerkannte Rechenmethoden zurück, nutzen aber unterschiedliche Parameter (z. B. Sonnenwinkel, Höhenkorrektur) oder Datensätze. Schon eine Abweichung von 0,5° beim Fadschr-Winkel verschiebt die Zeit um 3–5 Minuten. Hinzu kommen Rundungen auf volle Minuten und lokale Zeitzonen-Updates. Daher entstehen kleine, aber erklärbare Differenzen.

Wie wird das Ishaa-Gebet im Sommer in dieser Region berechnet?

Wenn die Sonne kaum tiefer als 16–17 ° unter den Horizont sinkt, erkennt der Algorithmus, dass die normale Abenddämmerung nicht vollständig einsetzt. Für Weilheim wird dann ein Ersatzverfahren wie „Angle Based“ (fester Winkel auch bei flachen Nächten) oder „Night Middle“ (Mitternacht zwischen Sonnenuntergang und Fadschr) angewandt, damit Ischa nicht unverhältnismäßig spät fällt.

Was passiert, wenn die Sonne im Sommer nicht vollständig untergeht?

Bei extrem hohen Breiten kann die Sonne nachts über dem Horizont bleiben. Weilheim liegt zwar südlich der kritischen 48,5°-Grenze, erlebt aber eine sehr helle Dämmerung. In solchen Fällen erlauben klassische Gelehrtenmeinungen, dass Ischa nach der Methode „Ein Siebtel der Nacht“ oder zum Zeitpunkt von Fadschr gebetet wird. Moderne Kalender wenden diese Konzepte rechnerisch an.

Was bedeutet der Hanafi- und Shafi-i-Unterschied beim Asr-Gebet?

Der Unterschied betrifft das Verhältnis von Schattenlänge zum Objekt nach dem Sonnenhöchststand. Schafiʿi (sowie Malikiten und Hanbaliten) beginnen Asr bei einfacher Schattenlänge, Hanafiten erst bei zweifacher. Daraus ergibt sich an mittleren Breiten eine Differenz von etwa 30–45 Minuten. Beide Zeiten sind gültig; man folgt der Rechtsschule der eigenen Gemeinde.

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