Gebetsplan in Schleswig
| Datum | Fadschr | Shuruk | Dhuhur | Assr | Maghrib | Ischaa |
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| 10, Mo | ||||||
| 11, Di | ||||||
| 12, Mi | ||||||
| 13, Do | ||||||
| 14, Fr | ||||||
| 15, Sa | ||||||
| 16, So |
| Datum | Fadschr | Shuruk | Dhuhur | Assr | Maghrib | Ischaa |
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| 01, Sa | ||||||
| 02, So | ||||||
| 03, Mo | ||||||
| 04, Di | ||||||
| 05, Mi | ||||||
| 06, Do | ||||||
| 07, Fr | ||||||
| 08, Sa | ||||||
| 09, So | ||||||
| 10, Mo | ||||||
| 11, Di | ||||||
| 12, Mi | ||||||
| 13, Do | ||||||
| 14, Fr | ||||||
| 15, Sa | ||||||
| 16, So | ||||||
| 17, Mo | ||||||
| 18, Di | ||||||
| 19, Mi | ||||||
| 20, Do | ||||||
| 21, Fr | ||||||
| 22, Sa | ||||||
| 23, So | ||||||
| 24, Mo | ||||||
| 25, Di | ||||||
| 26, Mi | ||||||
| 27, Do | ||||||
| 28, Fr | ||||||
| 29, Sa | ||||||
| 30, So | ||||||
| 31, Mo |
Fadschr-Zeit und astronomische Morgendämmerung
Die Zeit des Fadschr beginnt, sobald sich am Osthorizont der erste waagerechte Lichtstreifen zeigt. In der Berechnung wird dieser Moment über den sogenannten Sonnendepressionswinkel definiert. In Deutschland – und damit auch in Schleswig – arbeitet die Mehrzahl der Gebetskalender mit 18 ° unter dem Horizont. Das bedeutet: Befindet sich der Sonnenmittelpunkt noch 18 Grad unter der Horizontlinie, beginnt die Morgendämmerung (astronomische Dämmerung), und die Fadschr-Zeit tritt ein.
Bei 54,5 ° nördlicher Breite dauern die Dämmerungsphasen im Sommer sehr lange. Je näher der Ort am Polarkreis liegt, desto flacher trifft die Sonnenbahn den Horizont. In Schleswig führt das dazu, dass die Zeitspanne zwischen Fadschr und Sonnenaufgang im Juni nur wenig mehr als eine Stunde beträgt, während sie im Dezember bis zu drei Stunden erreichen kann. Dieselbe Geometrie ist für die Isha-Zeit relevant: In hellen Juninächten verschwindet die nautische Dämmerung kaum, sodass manche Methoden auf Korrekturalgorithmen zurückgreifen (z. B. „Angle Based“ oder „Nachtmitte“), um ein praktikables Ischa zu liefern.
Unterschiedliche Institute setzen unterschiedliche Depressionswinkel ein (15 °, 17,5 °, 18 °). Schon eine Abweichung von einem Grad kann das Ergebnis in Schleswig um mehrere Minuten verschieben. Wer also zwei Kalender vergleicht, sollte zuerst den hinterlegten Berechnungsstandard prüfen.
Schuruk verstehen: Warum der Fadschr vor Sonnenaufgang endet
Schuruk, im Alltag oft einfach als „Sonnenaufgang“ bezeichnet, markiert das Ende der Fadschr-Zeit. Sobald der oberste Rand der Sonnenscheibe am östlichen Horizont erscheint, ist das Fenster für das Morgengebet geschlossen. Diese Grenze ist im Koran (Sure 17:78) eindeutig festgelegt: „…bis die Sonne aufgeht…“.
Das Zentrum für die Berechnung ist der scheinbare Sonnenmittelpunkt. Wegen der atmosphärischen Refraktion und des Durchmessers der Sonne nimmt man in den Formeln eine Korrektur von 0,833 ° vor. Dadurch stimmt das berechnete Schuruk-Moment mit dem visuell wahrgenommenen Aufgang überein. Für Schleswig heißt das: Selbst wenn der Himmel noch leicht rötlich ist, gilt der Fadschr als beendet, sobald die Sonne geometrisch −0,833 ° unterschreitet.
Praktisch bedeutet das für Betende, das Morgengebet lieber ein paar Minuten früher zu verrichten, um versehentliches Überschreiten der Schuruk-Grenze zu vermeiden. Der Voranzuschlag ist in Tabellen meist schon eingerechnet, kann aber je nach Methode variieren.
Asr nach hanafitischer und schafiitischer Berechnung
Für die Bestimmung des Asr-Gebets gibt es zwei in der Sunna belegte Herangehensweisen, die von den Rechtsschulen unterschiedlich gewichtet werden:
- Standard (Shafiʿi, Maliki, Hanbali): Der Schatten eines Gegenstands erreicht seine eigene Länge zusätzlich zur Mittagsschattenlänge.
- Hanafi: Der Schatten wird doppelt so lang wie der Gegenstand plus die Mittagsschattenlänge.
Da die Sonne nach Süden hin fällt, verlängert sich der Schatten in Schleswig nach dem lokalen Zuhr rasch. Zwischen dem Zeitpunkt, an dem der Schatten Faktor 1 erreicht, und dem Faktor 2 liegen – je nach Jahreszeit – etwa 40 bis 80 Minuten. In den Tabellen findet sich daher oft eine Spalte Asr (Standard) und eine zweite Asr (Hanafi). Beide Werte sind korrekt, sie folgen nur unterschiedlichen Rechtsschulpräferenzen.
So können in einer Familie oder Gemeinde zwei Asr-Zeiten nebeneinander stehen. Wer dem hanafitischen Recht folgt, wartet den zweiten Schattenfaktor ab. Wer einer anderen Rechtsschule folgt, darf bereits beim ersten Faktor beten. Wichtig ist, innerhalb der gewählten Methode konsequent zu bleiben.
Warum Gebetszeiten in verschiedenen Kalendern abweichen
Neben den unterschiedlichen Asr-Regeln spielen noch mehrere Faktoren eine Rolle:
- Berechnungsmethode: MWL, Umm al-Qura, Turkish Diyanet, ISNA u. a. nutzen verschiedene Depressionswinkel.
- Zeitnorm: Schleswig liegt in der Zeitzone CET/CEST. Wenn ein Kalender die Sommerzeit nicht korrekt umstellt, verschieben sich alle Zeiten um eine Stunde.
- Rundung: Einige Anbieter runden auf volle oder halbe Minuten, andere geben Sekunden an.
- Topografie: Höhenlage und freie Horizontsicht können die reale Beobachtung leicht verändern, bleiben im Rechenmodell jedoch konstant.
Wer sicher gehen möchte, prüft, welche Parameter sein bevorzugter Kalender verwendet und orientiert sich an der Methode, die von der lokalen Moschee oder dem eigenen Gelehrten empfohlen wird.
Die Erde bewegt sich täglich ein Stück auf ihrer Bahn um die Sonne. Dadurch verschiebt sich der Winkel, in dem die Sonnenstrahlen einen bestimmten Ort erreichen. Die astronomischen Bedingungen – Sonnenauf- und ‑untergang, Schattenlänge, Dämmerung – ändern sich deshalb jeden Tag geringfügig. Die Gebetszeiten folgen diesen natürlichen Verschiebungen.
In Schleswig wird es im Juni nachts nur dämmrig. Einige Berechnungsmethoden ersetzen dann die klassischen 18-°/17-°-Winkel durch Alternativen wie „Nachtmitte“ oder „Angle Based“. So erhält man dennoch feste Zeiten für Fadschr und Ischa, ohne auf die reale – kaum wahrnehmbare – Dunkelheit warten zu müssen.
Die Schafiʿiten legen den Asr-Beginn fest, sobald der Nachmittagsschatten eines Objekts seine eigene Länge erreicht (plus Mittagsschatten). Die Hanafiten warten, bis der Schatten doppelt so lang ist. Beide Positionen beruhen auf authentischen Hadithen, unterscheiden sich aber in der juristischen Gewichtung.
Die meisten deutschen Gebetskalender nutzen entweder die Muslim World League (MWL) mit 18 °/17 ° oder die türkische Diyanet-Methode. Beide berücksichtigen die Zeitumstellung und liefern für mittlere bis hohe Breiten stabile Ergebnisse.