Gebetsplan in Großenhain
| Datum | Fadschr | Shuruk | Dhuhur | Assr | Maghrib | Ischaa |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 07, Mo | ||||||
| 08, Di | ||||||
| 09, Mi | ||||||
| 10, Do | ||||||
| 11, Fr | ||||||
| 12, Sa | ||||||
| 13, So |
| Datum | Fadschr | Shuruk | Dhuhur | Assr | Maghrib | Ischaa |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01, Di | ||||||
| 02, Mi | ||||||
| 03, Do | ||||||
| 04, Fr | ||||||
| 05, Sa | ||||||
| 06, So | ||||||
| 07, Mo | ||||||
| 08, Di | ||||||
| 09, Mi | ||||||
| 10, Do | ||||||
| 11, Fr | ||||||
| 12, Sa | ||||||
| 13, So | ||||||
| 14, Mo | ||||||
| 15, Di | ||||||
| 16, Mi | ||||||
| 17, Do | ||||||
| 18, Fr | ||||||
| 19, Sa | ||||||
| 20, So | ||||||
| 21, Mo | ||||||
| 22, Di | ||||||
| 23, Mi | ||||||
| 24, Do | ||||||
| 25, Fr | ||||||
| 26, Sa | ||||||
| 27, So | ||||||
| 28, Mo | ||||||
| 29, Di | ||||||
| 30, Mi |
Die fünf täglichen Gebete sind an konkrete Sonnenstände gebunden. Das heute angezeigte Gebetszeiten-Schema für Großenhain basiert daher nicht auf Schätzungen, sondern auf astronomischen Berechnungen für die Koordinate 51,28° N und die zugehörige Zeitzone. Die folgenden Abschnitte erläutern, warum sich die Zeiten im Jahreslauf verschieben und weshalb verschiedene Tabellen manchmal voneinander abweichen.
Breitengrad 51 ° N – lange Sommertage und kurze Nächte
Großenhain liegt deutlich nördlich des 48. Breitengrads. Je weiter man nach Norden kommt, desto länger dauert im Sommer die Dämmerung. Zwischen Juni und Anfang August verschmilzt die nautische Abenddämmerung fast mit der Morgendämmerung; die Sonne sinkt nur flach unter den Horizont. Dadurch verzögert sich das Ischa-Gebet spürbar, während das Fadschr-Gebet sehr früh eintritt. In den dunkelsten Winterwochen ist es umgekehrt: Die Nacht ist lang, Ischa fällt relativ früh, und Fadschr rückt später nach hinten.
Für Regionen wie Mitteldeutschland reicht in der Regel der normale Winkelmodus aus (Ischa 15 °–18 ° unter dem Horizont). Erst ab etwa 55 ° N treten problematische «weiße Nächte» auf, in denen die astronomische Dämmerung gar nicht endet. Dennoch kann es auch hier vorkommen, dass sich Gläubige fragen, ob Ischa im Hochsommer verschoben werden muss. Die von vielen Gebetskalendern genutzte «Angle-Based»-Korrektur stellt sicher, dass Ischa nicht unpraktisch spät, sondern in einer akzeptablen Zeitspanne liegt, ohne die Vorgaben der Scharia zu verletzen.
Fadschr, Sonnenaufgang und der richtige Zeitpunkt zum Abschluss des Gebets
Fadschr beginnt mit dem ersten zarten Morgenlicht (astronomische Morgendämmerung). Ab diesem Moment darf gebetet werden. Das Ende des Zeitfensters markiert Sonnenaufgang (Schuruk). Wer sein Fadschr-Gebet hinauszögert, sollte unbedingt vor dem tatsächlichen Sonnenaufgang fertig sein, denn mit dem Erscheinen der oberen Sonnenscheibe ist die Fadschr-Zeit vorbei.
Maghrib wiederum setzt unmittelbar nach Sonnenuntergang ein; hier wird weder ein Winkel noch eine Wartezeit abgezogen. Somit sind Sonnenuntergang und Maghrib praktisch identisch. Der anschließende Winkel für Ischa berücksichtigt nur die Dauer der Abenddämmerung. Diese enge Verknüpfung erklärt, warum schon wenige Sekunden Abweichung bei Sonnenauf- oder ‑untergang zu sichtbar anderen Gebetszeiten führen.
MWL, Diyanet, IGMG – warum gibt es mehrere Berechnungsmethoden?
Die weltweit gängigsten Systeme unterscheiden sich in einem einzigen Punkt: dem gewählten Tiefenwinkel der Sonne für Fadschr und Ischa. Drei Methoden sind in Deutschland besonders verbreitet:
MWL (Muslim World League)
Fadschr = –18 °, Ischa = –17 °. Dieser Ansatz wird international oft als Standard verwendet.
Diyanet (Türkische Religionsbehörde)
Fadschr = –18 °, Ischa = –17 °, allerdings mit speziellen Hochlatitüden-Korrekturen. Viele Moscheen türkischer Prägung in Deutschland orientieren sich daran.
IGMG (Islamische Gemeinschaft Millî Görüş)
Nutzen ebenfalls –18 °/–17 °, greifen aber bei sehr nördlichen Orten früher auf die «Nachtmitte»-Methode zurück. Das erklärt die leichten Differenzen zu Diyanet-Tabellen.
Für Zuhr und Maghrib gibt es zwischen den Methoden keinerlei Unterschiede, weil beide Gebete unmittelbar am Sonnenstand (höchster Punkt beziehungsweise Untergang) ausgerichtet sind. Beim Asr bietet die Scharia jedoch zwei Optionen: «Standard» (Schattenlänge = Objektlänge) für die meisten Rechtsschulen und «Hanafi» (Schattenlänge = doppelte Objektlänge). Viele Apps ermöglichen die Auswahl des eigenen Rechtsschulen-Settings, wodurch die angezeigte Asr-Zeit variieren kann.
Zusammengefasst hängen Differenzen also nicht von Rechenfehlern ab, sondern von bewusst gewählten Parametern. Welcher Ansatz für die eigene Gemeinde verbindlich ist, entscheiden lokale Imame oder muslimische Dachverbände.
Weil sich der Sonnenstand täglich minimal verschiebt. Die Erde bewegt sich auf einer leicht elliptischen Bahn und ihre Achse ist geneigt. Dadurch variieren Länge des Tages und Zeitpunkt des Sonnenmeridians fortlaufend, was sich unmittelbar auf Fadschr, Maghrib & Co. auswirkt.
Die Berechnungen sind astronomisch präzise, dennoch empfiehlt es sich, ein Sicherheitsfenster von 1–2 Minuten einzuplanen, da lokale Effekte wie Geländehöhen, Luftdruck oder Reaktionszeit der eigenen Uhr eine Rolle spielen können.
Sobald die Sonne etwa 17–18 ° unter den Horizont gesunken ist, beginnt Ischa. Sollte dieser Winkel in sehr kurzen Nächten nicht erreicht werden, wird ersatzweise die halbe Nachtdauer (Nachtmitte) oder ein Siebtel der Nacht benutzt – beides akzeptierte Hochlatitüden-Regeln.
Unterschiedliche Portale nutzen verschiedene Winkel (z. B. 15°, 17°, 18°) und teils andere Hochlatitüden-Regeln. Zusätzlich können sie Standard- oder Hanafi-Asr ausweisen. Solche Parameter führen zu leichten, aber erklärbaren Abweichungen.