Gebetsplan in Korbach
| Datum | Fadschr | Shuruk | Dhuhur | Assr | Maghrib | Ischaa |
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| 20, Mo | ||||||
| 21, Di | ||||||
| 22, Mi | ||||||
| 23, Do | ||||||
| 24, Fr | ||||||
| 25, Sa | ||||||
| 26, So |
| Datum | Fadschr | Shuruk | Dhuhur | Assr | Maghrib | Ischaa |
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| 01, Mi | ||||||
| 02, Do | ||||||
| 03, Fr | ||||||
| 04, Sa | ||||||
| 05, So | ||||||
| 06, Mo | ||||||
| 07, Di | ||||||
| 08, Mi | ||||||
| 09, Do | ||||||
| 10, Fr | ||||||
| 11, Sa | ||||||
| 12, So | ||||||
| 13, Mo | ||||||
| 14, Di | ||||||
| 15, Mi | ||||||
| 16, Do | ||||||
| 17, Fr | ||||||
| 18, Sa | ||||||
| 19, So | ||||||
| 20, Mo | ||||||
| 21, Di | ||||||
| 22, Mi | ||||||
| 23, Do | ||||||
| 24, Fr | ||||||
| 25, Sa | ||||||
| 26, So | ||||||
| 27, Mo | ||||||
| 28, Di | ||||||
| 29, Mi | ||||||
| 30, Do |
Der Einfluss des Längengrads – warum der Sonnenuntergang in Korbach ein paar Minuten früher ist
Korbach befindet sich bei rund 8,9° östlicher Länge. Das bedeutet, dass die Sonne hier etwas früher untergeht als in westlicher gelegenen Städten wie Paderborn oder Dortmund, aber später als in Kassel oder Göttingen, die weiter östlich liegen. Pro Grad Längendifferenz verschiebt sich der wahre Sonnenuntergang um etwa vier Minuten. Für die Gebetszeiten wirkt sich das in erster Linie auf Maghrib und alle daran anschließenden Berechnungen aus. Schon eine Distanz von 50 Kilometern kann daher spürbare Unterschiede erzeugen, auch wenn Datum, Breitengrad und Zeitzone identisch sind. Wer also regelmäßig zwischen zwei Orten pendelt, sollte die Gebetszeiten jeweils lokal prüfen und sich nicht auf Werte aus dem Nachbarort verlassen.
Die Berechnung startet mit dem astronomischen Sonnenuntergang: Wenn die Oberkante der Sonnenscheibe den Grenzwert von –0,833° unter dem wahren Horizont erreicht, wird Maghrib fällig. Alle nachfolgenden Zeiten (Ischa, die Mitternachtsregel usw.) bauen auf diesem Zeitpunkt auf. Ein leicht verschobener Sonnenuntergang führt deshalb automatisch zu einem anderen Tagesplan. Das erklärt, warum im Internet veröffentlichte Tabellen für Korbach nicht exakt mit den Zeiten in Frankenberg (Eder) oder Brilon übereinstimmen.
Winter in Nordhessen – warum zwischen Maghrib und Ischa nur wenig Zeit bleibt
Mit einer geografischen Breite von 51,3° gehört Korbach bereits zur nördlichen Hälfte Deutschlands. Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto steiler verläuft die Sonnenbahn im Winter und desto kürzer sind die abendlichen nautischen Dämmerungsphasen. In den Monaten November bis Januar beträgt das Zeitfenster zwischen Maghrib und Ischa häufig weniger als 60 Minuten. Das liegt daran, dass die Sonne nach dem Untergang sehr schnell die für Ischa maßgebliche Höhe von –17° (MWL) bzw. –18° (Diyanet/IGMG) unterschreitet.
Im Sommer kehrt sich das Bild um: Die Sonne taucht nur flach unter den Horizont, die Dämmerung zieht sich in die Länge, und besonders nördlich des 48. Breitengrades werden die Bedingungen für Fadschr und Ischa komplizierter. In Korbach verschwindet die astronomische Abenddämmerung an den längsten Tagen kaum vollständig. Seriöse Rechenmethoden stellen dann auf sogenannte «Hoch-Breiten-Korrekturen» um, bei denen Nachtmitte oder eine Siebtel-Regel als Ersatzkriterium dient. Die resultierenden Zeiten sind also immer noch mathematisch abgeleitet, jedoch mit einer Zusatzregel, um eine praktikable Ischa-Zeit anbieten zu können.
Diese saisonale Dynamik erklärt, warum Ihr Gebetskalender jeden Tag etwas anders aussieht: Die Länge des lichten Tages ändert sich, und damit wandern alle Gebetszeiten. Innerhalb eines Monats können die Unterschiede bei Fadschr und Ischa mehr als 30 Minuten betragen.
MWL, Diyanet oder IGMG – welche Methode passt zu meinem Alltag?
In Deutschland haben sich drei Rechenparameter durchgesetzt:
- MWL (Muslim World League): verwendet –18° für Fadschr und –17° für Ischa, Standard-Asr (Schattenlänge = 1).
- Diyanet: identisch bei Fadschr (–18°), aber –17°15 ′ für Ischa; Asr nach Standard. Für viele türkische Gemeinden verbindlich.
- IGMG: –12° für Fadschr, –13° für Ischa, entwickelt für westeuropäische Breitengrade, um im Sommer sehr späte bzw. sehr frühe Zeiten zu vermeiden.
Alle drei Methoden benutzen dieselben astronomischen Formeln, weichen jedoch bei den Grenzwinkeln ab. Kleinere Winkel (z. B. IGMG) liefern ein späteres Fadschr und ein früheres Ischa, weil der Sonne weniger Weg unter dem Horizont zugestanden wird. Höhere Winkel (MWL, Diyanet) verschieben Fadschr nach vorne und Ischa nach hinten. Welches Schema bevorzugt wird, entscheidet oft die lokale Moscheegemeinde oder der persönliche Madhhab.
Asr – Standard versus Hanafi
Für das Nachmittagsgebet gibt es zwei etablierte Varianten: Im Standard-Ansatz gilt Asr, wenn die Schattenlänge eines Objekts seiner realen Höhe entspricht (Schattenfaktor = 1). Die hanafitische Schule fordert den doppelten Schatten (Faktor = 2). Das verschiebt die Asr-Zeit in Korbach an den meisten Tagen um 30 bis 60 Minuten nach hinten. Beide Zeiten gelten in der islamischen Rechtswissenschaft als korrekt; maßgeblich ist, welcher Madhhab man befolgt.
Unterschiedliche Kombinationen aus Fadschr-/Ischa-Winkeln und Asr-Regel erklären, warum zwei Gebetskalender für denselben Ort voneinander abweichen können, ohne dass einer von beiden «falsch» wäre. Wichtig ist die konsequente Anwendung einer Methode und die Bestätigung durch anerkannte Gelehrte oder Dachverbände.
Die veröffentlichten Zeiten beruhen auf präzisen astronomischen Berechnungen. Kleine Abweichungen durch atmosphärische Bedingungen oder Rundungen von Sekunden sind jedoch unvermeidlich. Halten Sie deshalb nach Möglichkeit einen Sicherheitspuffer von zwei bis drei Minuten ein.
Fadschr endet unmittelbar mit dem Beginn des Sonnenaufgangs (Sonnenoberkante bei –0,833°). Die Uhrzeit, die Sie im Kalender unter «Sonnenaufgang» sehen, markiert also das endgültige Ende der Fadschr-Zeit.
Am häufigsten werden die Parameter des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten (Diyanet) sowie die MWL-Methode eingesetzt. In vielen westeuropäischen Moscheen ist darüber hinaus der IGMG-Ansatz etabliert, der speziell für unsere Breitengrade entwickelt wurde.
Wenn in den Sommermonaten die nautische Dämmerung nicht vollständig eintritt, nutzen die gängigen Methoden Ersatzregeln, z. B. «Nachtmitte» oder «ein Siebtel der Nachtlänge». So entsteht eine praktikable Ischa-Zeit, obwohl die Sonne den normalen Referenzwinkel nicht erreicht.